Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Gadernheim e. V.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Gadernheim die alte Pflichtfeuerwehr reaktiviert. Diese umfasste 130 Männer aus Gadernheim und 20 Männer aus Raidelbach der Geburtsjahrgänge 1900 bis 1929.

Bereits im Juli 1945 wurde die Gemeinde vom Landratsamt und der amerikanischen Militärregierung aufgefordert, diesbezüglich eine Bestandsaufnahme zu machen.

Die Wehr besaß 1 größere Handdruckspritze, 1 kleinere Handdruckspritze, 1 Schlauchhaspel, 5 Einreißhaken und 6 Strahlrohre. Feststellung: "Die Ausrüstung der Mannschaft ist sehr mangelhaft".

1947 wurde für die Pflichtfeuerwehr 16 Uniformröcke, 7 Helme, 11 Gürtel und 7 Äxte angeschafft. Diese Ausstattung war für 150 Männer noch immer nicht genug, obwohl diese Mengen zu jener Zeit mit großer Geldnot schon eine gute Leistung waren.

1948 wurde ein Grundstück von Philipp Marquardt gekauft für den Bau eines Feuerwehrgerätehauses.

1949 / Gründung: Am 1. Juni  wurde die Freiwillige Feuerwehr in der Gaststätte "Zum Kaiserturm" gegründet. Sie bestand aus 46 Mitgliedern aus Gadernheim. 1. Ortsbrand-meister wurde Adam Pfeifer und Stellvertreter Georg Pfeifer.

Am 5. Dezember bekam die Feuerwehr ihre lang erwünschte Motospritze. Sie wurde durch eine Haussammlung (460,30 DM) in Gadernheim und ein Zuschuss (250,- DM) aus Raidelbach finanziert. Viele erinnern sich noch, wie stolz man auf diese erste Motorspritze war. Es ist der Umsicht und Sammlerleidenschaft von Werner Reimund zu verdanken, dass die alte Spritze nicht verschrottet wurde. Er hat sie sichergestellt und hergerichtet, so dass man sie nun wieder bewundern kann (Feuerwehr-Museum Lorsch).

Aufbewahrt wurde die Motorspritze im alten "Spritzenhaus", ein kleiner Unterstellraum im Erdgeschoss des alten Rathauses. Übungsplatz der Wehr war der alte Schulhof und zum Unterricht traf man sich in der alten Schule (heutige Volksbank). Am Giebel des alten Schulhauses befand sich die Schlauchtrocknungsanlage.

Um eine ausreichende Wasserversorgung sicher zu stellen, baute man entlang der Lauter zwei Saugstellen und in Raidelbach wurde ein Löschteich durch den Ortsbeirat errichtet.

An der Mitfinanzierung der Motorspritze und an gemeinsamen Übungen erkennt man, dass sich die noch eigenständigen Ortsteil Wehren Gadernheim und Raidelbach stets unterstützt und Hand in Hand zusammen gearbeitet haben. Der Wehrführer aus Raidelbach hieß wie auch sein Gadernheimer Kollege Adam Pfeifer.

1951:  Es wurde eine Feueralarmsirene auf dem Rathausdach angebracht.

1954: Schutzkleidung für die Mannschaft.

1957: Beschaffung der ersten Uniformen für alle aktiven Wehrmänner. Damit war die Zeit der mangelhaften Ausstattung für die Feuerwehrmänner zu Ende.

1960: Vom 28. bis 30. Mai wurde das 10-jährige Bestehen mit Fahnenweihe gefeiert.

Es kamen nahezu 30 Wehren mit ihren Fahnen, Standarten und Spielmannszügen.

Der Kreisbrandinspektor Josef Fasser führte samstags eine Inspektion der Geräte und Ausrüstungen durch. Danach wurde mit viel Schneid und Sachkenntnis eine vorbildliche Angriffsübung gezeigt. Abends machten die örtlichen Vereine und Schulkinder einen Fackelzug durch den Ort bis zum Festplatz. Am Festsonntag fanden dann Festgottesdienst, Totenehrung, Festzug und die bedeutende Fahnenweihe statt, bevor noch bis spät in die Nacht gefeiert wurde. Auch durch die Beteiligung des ganzen Dorfes wurde es ein gelungenes Fest.

1962: Lehrgänge in Fulda und Lorsch.

1964: Am 27. Juni  war die offizielle Übergabe und Einweihung des Feuerwehrgerätehauses.

Das Gerätehaus in der Turmstraße war nun der Mittelpunkt der Wehr, wo Wissen ausgetauscht und die Ausbildung der Feuerwehrmänner verbessert werden konnte. Da vieles in Eigenleistung gebaut wurde und jeder daran beteiligt war, haben die Kameraden eine besondere Verbindung zu diesem eigenen Gerätehaus. Nur durch diese Arbeit der Feuerwehr Kameraden konnte es sich Gadernheim leisten, die Pläne des Architekten Willi Arras umzusetzen. Die Kosten für das Material übernahm die Gemeinde Gadernheim und die Brandversicherungskammer Darmstadt.

1972: Die Raidelbacher Wehr schloss sich der Freiwilligen Feuerwehr Gadernheim an.

1974: Vom 19.- 22. Juli feierte die Gadernheimer Feuerwehr ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Festkommers im 2.000 Mann fassenden Festzelt. Zu Feier kamen über 30 befreundete Wehren und der Abend wurde mit einem Feuerwerk gekrönt. Am Festmontag wurde der Frühschoppen gut besucht und Nachmittags wurde für Kinderbelustigung gesorgt. Anschließend wurde mit einer bayrischen Trachtenkapelle noch bis in die Nacht gefeiert.

1975: Umbau des Feuerwehrgerätehauses (Entfernung zweier Trennwände)

1982: Erweiterung des Gerätehauses.

1987: Am 24. Mai wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Vom 11. - 13. September fand die offizielle Gründungsfeier mit Überreichung des Wimpels statt. Hierdurch wurde vorrangig für Nachwuchs in der Feuerwehr, aber auch für ein Freizeitangebot für Jugendliche geschaffen, dass von vielen jungen Leuten mit Freude angenommen wurde. Schon in der Jugendfeuerwehr wird großen Wert auf Kameradschaft gelegt, und darum werden neben der Ausbildung auch Abende mit allgemeiner Jugendarbeit gestaltet. Außerdem wird auch vieles gemeinsam mit den umliegenden Jugendfeuerwehren unternommen oder an Kreisveranstaltungen wie dem Zeltlager teilgenommen, um auch in jungen Jahren schon Kontakte zu knüpfen.

1989: Vom 28. - 31. Juli feierte die Feuerwehr Gadernheim ihr 40-jähriges Jubiläum. Zum Festzug kamen über 20 Gastwehren und Spielmannszüge, sowie die örtlichen Vereine. Das Thema des Festzuges war: "Feuerwehr - früher und heute". Aus diesem Anlass wurden alte Feuerwehruniformen und Geräte gezeigt und hinter ihnen fuhren die neuesten Fahrzeuge, um den Wandel und Fortschritt deutlich zu machen. Das 1.500 Mann große Zelt war vom Bieranstich am Freitag bis zum letzten Festabend am Montag immer gut besucht.

1996: Anstoß einer Gebäudesanierung mit Einbau neuer sanitärer Anlagen, - auch für Feuerwehrfrauen -, sowie einer  Raumerweiterung durch eine überdachte Terrasse. Diese Umbauten wurden nur durch die große Eigenleistung der Feuerwehrmänner möglich, da die Gemeinde nun nur noch die Materialkosten zu tragen hatte.

1999: 50 Jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Gadernheim.

2001: Im September wurden die Löschzwerge  als  jüngste Abteilung der Feuerwehr gegründet. Der "Oberlöschzwerg" und Gründer Sven Dostal holte sich die Erzieherin Heike Altetiemann ins Boot, um eine erfahrene Fachkraft für den Umgang mit Kindern zwischen 5 und 10 Jahren zu haben. Nachdem auch letzte Fragen geklärt waren, konnte am 2.9.2001 das erste Treffen stattfinden. Diese Kindergruppe, für alle im Alter von 5-10 Jahren, war die Erste im Kreis Bergstraße und ging als gutes Beispiel voraus. Schon bald wurden auch in anderen Wehren im Kreis Kindergruppen gegründet, um schon die Jüngsten für die Feuerwehr zu begeistern. Auch in Gadernheim ging es erfolgreich weiter; und schon bald mussten weitere Betreuer hinzu geholt werden, um den großen Ansturm von bis zu 38 Kindern (2002) zu bewältigen. Wie sich später herausstellt, finden auch einige Eltern durch die Kindergruppe Gefallen an der Feuerwehr und treten der aktiven Wehr bei. Daran und an der Übernahme ehemaliger Löschzwerge in die aktive Wehr sieht man, dass die Löschzwerge eine unverzichtbare Nachwuchsgruppe der Feuerwehr ist.

2012: Die Jubiläumsfeier für 10 Jahre Löschzwerge und 25 Jahre Jugendfeuerwehr Gadernheim wurde gefeiert. Freitags wurde für die Jugend ein DJ organisiert und mit Cocktails bis in den Morgen gefeiert, bevor samstags der offizielle Teil mit Festkommers stattfand. Dieser endete in einem bayrischen Abend und am Sonntag wurde für die benachbarten Feuerwehr-Kindergruppen eine Rally mit viel Spiel und Spaß veranstaltet.

2015: Am 28.Februar 2015 wurde die Internetseite der Feuerwehr freigeschaltet.