Die Gadernheimer Löschzwerge

So fing alles an ...

Seit längerer Zeit bereits diskutierten wir in der Feuerwehr, wie wir die Mitgliederzahl und die Attraktivität unserer Jugendabteilung steigern konnten. Aber das Eintrittsalter war mit 10 Jahren leider viel zu hoch. Alle anderen Vereine durften schon jüngere Kinder aufnehmen. Also warum nicht auch die Feuerwehr? Sven Dostal besuchte Seminare über Brandschutzerziehung, er und die anderen Vorstandsmitglieder erkundigten sich in allen Richtungen nach bereits existierenden Kindergruppen. In Frankfurt beispielsweise gab es so etwas schon seit 1992. Bei den dortigen sehr hilfsbereiten Kameraden wurde angefragt und gerne schickten sie uns eine große Menge an Unterlagen und Informationen. 

Als wir erfuhren, dass die Feuerwehr Richen sehr erfolgreich eine Kinderabteilung aufgebaut hatte, vereinbarten wir sofort einen Termin, um an einer Gruppenstunde teilzunehmen. Das Zusehen machte großen Spaß und die Betreuer versorgten uns mit wertvollen Tipps und jeder Menge Informationsmaterial. Nun ging es daran, ein für uns geeignetes Konzept zu entwickeln. Dies wurde den Kameraden an der Jahreshauptversammlung 2001 vorgestellt und hier ausführlich diskutiert. Wir hatten vor allem gelernt, dass wir eine Erzieherin benötigen, da von uns niemand im Umgang mit Kindern zwischen 5 und 10 Jahren geübt war. Zu unserem Glück konnte Heike Altetiemann gewonnen werden. Sie hatte zwar bisher mit der Feuerwehr noch nichts zu tun, konnte aber durch ihre langjährige Berufspraxis als Erzieherin und als Mutter von zwei Kindern zahlreiche und sehr wichtige Informationen beitragen.

Wir stießen mit der Gründung unserer Löschzwerge jedoch nicht überall auf Zustimmung. Zweifel kamen besonders von Seiten einiger Führungskräfte der Feuerwehren und Jugendfeuerwehren im Kreis Bergstraße.

Besonders dringlich war die Klärung der Versicherungsfrage. Davon hing alles ab. Sven Dostal holte Informationen von den bereits bestehenden Kinderfeuerwehren ein und Klaus Pfeifer klärte den Versicherungsumfang mit der Gemeinde bzw. den dortigen Versicherungsträgern ab. So kamen wir auf die Lösung, die Kinder über die GVV-Versicherung der Gemeinde Lautertal zu versichern.

Nun waren die größten Hürden genommen und die Einladungen für das erste Treffen am
2. September 2001 wurden verteilt. Einen Mitgliedsbeitrag wollten wir nicht erheben.

Eingeladen waren durch Flugblätter Mädchen und Jungen im Alter von 5 bis 10 Jahren aus Gadernheim und Raidelbach. Am Herbstfest organisierten wir einen Drachenbastelwettbewerb und zahlreiche Spiele. Die Beteiligung der Kinder am Fest und die Zahl der Anmeldungen stimmte uns jedoch zuerst nicht gerade optimistisch. Nur 9 Kinder hatten Interesse gezeigt. Wir ließen uns jedoch nicht enttäuschen und warben in Kindergarten und Schule für unsere „jüngste“ Abteilung.

Glücklicherweise wurde unser Fleiß belohnt: An unserem zweiten Treffen am 5. September überraschten uns 19 begeisterte Kinder, die zusammen mit ihren Eltern zum ersten Gruppenabend gekommen waren!

So ging es weiter ...

Die nächsten Treffen wurden alle drei Wochen, Mittwochs von 17 bis 18 festgelegt. Im November konnten wir Heike Eckstein als Betreuerin gewinnen, die bis heute tatkräftig mithilft. Zum 31.12.2001 waren schon 31 Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren Mitglied der Löschzwerge, wir freuten uns riesig über 21 Jungen und 10 Mädchen.

Nachdem wir nun die ersten großen Herausforderungen gemeistert hatten, konnten wir nun unsere Ausrüstung an passenden Schläuchen, Strahlrohren und Verteilern, mit denen wir immer noch gerne üben, vervollständigen. Außerdem wurde jede Menge Bastelmaterial, Kinderhelme, Bücher, Filme und eine Telefonanlage zum üben des Notrufs beschafft. Hierbei durften wir uns über die vielfältigsten Zuschüsse von Seiten der Gemeinde Lautertal, der Bezirkssparkasse Bensheim und den zahlreichen kleinen und großen Spendern freuen.

Sven Dostal hat in den vergangenen Jahren einige Vorträge im Kreis Bergstrasse und in Modautal über unsere Löschzwerge gehalten, um auch andere Feuerwehren zur Gründung einer Kindergruppe zu ermutigen. Im Jahr 2006 feierten wir unser erstes kleines Jubiläum. Im Rahmen des Herbstfestes stellten wir unter dem Motto „5 Jahre Löschzwerge“ Fotos, Bastelarbeiten und Gerätschaften aus unserer großen Sammlung vor. Außerdem wurden mit Unterstützung der Jugendfeuerwehr zahlreiche Spiele für die Kinder angeboten.

Nach 6 Jahren tatkräftiger Hilfe wurde Heike Altetiemann 2007 verabschiedet. Die Kindern und Betreuer überraschten sie mit Blumen, einem selbstgebackenen Kuchen und Geschenken. Im Rahmen dieser Feier bedankten sich Betreuer und Vorstand noch einmal für die sehr schöne Zeit und die große Hilfe bei der Gründungsvorbereitung unserer Löschzwerge und die sehr erfolgreiche Arbeit mit den Kindern. Ohne Heike als Erzieherin wäre uns die Entscheidung, die Löschzwerge zu gründen, sicher nicht so leicht gefallen!

Auch der Nikolaus kommt ...

Selbst der Nikolaus ließ es sich in all den Jahren nicht nehmen, persönlich zu unserer Weihnachtsfeier zu kommen und die Kinder mit allerlei tollen Weihnachtsgeschenken zu überraschen. Bei der Auswahl der Weihnachtsgeschenke war er immer sehr kreativ, so gab es bisher schon T-Shirts, Mützen, Sweatshirts, Handtücher, Frühstücksbrettchen, Kalender, Tassen, Schirme, Trinkflaschen, Mäppchen und Taschenlampen, alle meistens mit unserem Maskottchen, dem Löschzwerg, oder unserem Schriftzug geschmückt.

Das Ergebnis ....

Bisher wurden weit mehr als 30 Löschzwerge in die Jugendfeuerwehren von Lautertal und Modautal übernommen. Wir selbst konnten mittlerweile 4 Löschzwerge in unserer eigenen aktiven Einsatzabteilung integrieren, dies entspricht ca. 1/10 unserer aktiven Einsatzabteilung. Weitere 4 Papa´s von den Löschzwergen konnten wir als "Quereinsteiger" für die Aktiven gewinnen.                                                                                                                    Stand: 27. Feb. 2017

Der Erfolg einer über Jahre gut geführten Kinder- und Jugendbetreueung zahlt sich aus!

Hier stehen wir jetzt ...

Aktuell betreuen wir 13 Mädchen und 20 Jungen bei den Löschzwergen.

Zur Zeit sind wir insgesamt 8 Betreuer/-innen:

  • Heike Eckstein (aktive Feuerwehrfrau) - seit 2001
  • Silke Röhm (Mutter) – seit 2013
  • Andrea Zimpel (Mutter) – seit 2013
  • Regina Pfeifer (aktive Feuerwehrfrau) – seit 2015
  • Jochen Röhm (Vater und aktiver Feuerwehrmann) – seit 2015
  • Tilo Zimpel (Vater und aktiver Feuerwehrmann) – seit 2015
  • Tobias Marasek (aktiver Feuerwehrmann) - seit 2019
  • Andreas Benker (aktiver Feuerwehrmann) - seit 2019 
  • Julia Degenhardt (aktive Feuerwehrfrau) - erneut seit 2019

 Kaum zu glauben: 2001 haben wir mit 2 Betreuern begonnen!

Bisherige Betreuer waren Heike Altetiemann (2001-2007), Corinna Kaffenberger (2003-2005), Gertrud Werner (2007), Annkatrin Reising (2009-2010), Marcus Hörr (2008-2013), Andreas Meyer (2010-2013), Beate Bormuth (2006-2014) und Sven Dostal (2001-2015), Claudia Degenhardt (2015-2018), Kai Jährling (2012-2018)

Was wird bei den Löschzwergen gemacht?

Der Fokus liegt von Anfang an auf der Brandschutzerziehung unter dem Motto „Spiel und Spaß in der Feuerwehrgemeinschaft“. Eine Mischung von ca. 50% feuerwehrbezogenen Aktivitäten und ca. 50% Spiel und Spaß hat sich über die Jahre bewährt.

Um die Begeisterung der Kinder für die Feuerwehr zu fördern finden Unterrichte und praktische Übungen mit den Themen Notruf, Feuer und Rauch und Verhalten im Brandfall statt.

Bei der Feuerwehrausbildung beschäftigen wir uns mit der Kleidung eines Feuerwehrmanns, mit Atemschutzgeräten, den Feuerwehrautos, Geräte und Ausrüstungsgegenständen der Feuerwehr (Feuerwehrschläuche, Strahlrohre und Verteiler, Feuerwehrpumpe), der Wasserversorgung und den Eigenschaften des Wassers (z. B. in Form einer Hydrantenwanderung oder der Besichtigung des Wasserwerkes), den Gefahren im Umgang mit Kerzen (hier hinterließ besonders der Film über einen brennenden Weihnachtsbaum einen bleibenden Eindruck), Übung mit Helmen, Schläuchen, Verteilern und Strahlrohren oder mit unserem Brandhaus, Filme über die Feuerwehr, Besuch bei der Berufsfeuerwehr in Darmstadt, zurechtfinden in der durch unsere Nebelmaschine verqualmten Küche, Tätigkeiten der Feuerwehr, Übungen der Jugendfeuerwehr und Erste Hilfe.

Zum Schluss noch ein bisschen Statistik …

Wir sind „international“ – außer Kindern aus Gadernheim und Raidelbach hatten wir auch schon Löschzwerge aus Beedenkirchen, Brandau, Kolmbach, Breitenwiesen, Lautern, Elmshausen, Webern und Reichenbach.

Hier gibt es noch viel mehr Bilder unserer Löschzwerge zu sehen.