Technik

Geräte zur Menschenrettung

Mobiler Rauchverschluss (Rauchvorhang)
Der mobile Rauchverschluß besteht aus einem nicht brennbaren Tuch, welches an einem Metallrahmen befestigt ist. Mittels dem Metallrahmen, welcher ausziehbar ist, kann der mobile Rauchverschluss zwischen einen Türrahmen verklemmt werden.
Der mobile Rauchverschluss kommt direkt an der Rauchgrenze (Brandraum) zum Einsatz und soll die Sicherung des ersten Rettungsweges gewährleisten. D.h. der Rauchverschluss soll beim Öffnen der Tür zum Brandraum verhindern, das gefährliche Brandgase den Flur bzw. den Treppenraum verrauchen und somit eine Personenrettung über den Flur bzw. Treppenraum möglich bleibt.
Auf beiden Löschfahrzeugen ist je ein mobiler Rauchverschluss verladen.

Brandfluchthauben
Brandfluchthauben finden bei der Rettung von Menschen aus verrauchten Räumen (Fluren) ihre Verwendung.
Die Schutzhaube besteht in derRegel aus einem beschichteten Gewebe mit integriertem Sichtfenster und einem Mehrbereichsfilter. Der verwendete Filter verhindert das Eindringen von giftigen Brandgasen und -ruß.
Die Fluchthauben werden den zu rettenden Personen vom Atemschutztrupp über den Kopf gestülpt.
Auf dem LF 8/6 und dem TSF-W sind jeweils 2 Brandfluchthauben verladen.

Wärmebildkamera
Eine Wärmebildkamera ist ein Gerät, welches Infrarotstrahlen (Wäremestrahlung) empfängt und die Signale in ein (Grau-) Bild auf einem kleinen Monitor aufzeigt. Wärmebildkameras lassen sich bei Brandeinsätzen auf unterschiedlichste Art nutzen und können auch bei technischen Hilfeleistungen und Umwelteinsätzen sinnvoll eingesetzt werden.
So kann sich ein Atemschutztrupp mit Hilfe einer Wärmebildkamera in stark verrauchten Räumen sehr gut orientieren. Hierdurch bedingt gelangt der Atemschutztrupp schneller an den Brandraum bzw. kann er vom Rauch eingeschlossene Personen schneller auffinden. Auch können versteckte Brandnester oder -herde, z.B. hinter Verschalungen, schnell lokalisiert werden.
Bei der Personensuche in Räumen oder auch im Freien können Wärmebildkameras hilfreich eingesetzt werden.
Bei geschlossenen Gasbehältern (Gasflaschen, etc.) kann der Füllstand angezeigt werden.
Die vom Verein finanzierte Wärmebildkamera FLIR K50 ist auf dem LF 8/6 verladen und wird in der Regel vom Angriffstruppführer unter Atemschutz eingesetzt. Sie dient auch in hohem Maße der Eigensicherung des vorgehenden Trupps.

Steckleiter
Die Steckleiter ist der Klassiker der Anstellleitern bei den Feuerwehren. Je nach Zweck und benötigter Höhe können bis zu vier Steckleiterteile ineinander gesteckt werden.

Feuerwehrleine
Die Feuerwehrleine, ist nach DIN 14920 genormt. Sie dient der Menschenrettung, zur Selbstrettung, zur Rückwegsicherung, zur Eigensicherung sowie zur Sicherung von Geräten. Die Länge einer Feuerwehrleine beträgt 30 Meter.

Trage
Die einfache Krankentrage ist im Katastrophenschutz und somit auch bei der Feuerwehr sehr verbreitet. Die genormte Größe erlaubt eine hohe Flexibilität. Über vier ausziehbare Holmen kann die Trage von mindestens zwei Personen aufgenommen werden. Jedoch sind auch Varianten mit drei bzw. vier Trägern möglich.

Schleifkorbtrage
Die Schleifkorbtrage dient der sicheren und patientengerechten Rettung von Personen durch Feuerwehr und Rettungsdienst aus unwegsamen Gelände, engen oder unzugänglichen Gebäuden.
Der Patient kann in die Trage hinein gelegt werden und wird dann festgegurtet. Am Seitenrand bietet diese Form der Krankentrage viele Ösen für Haltegurte, Sicherungsseile und Haltgriffe zum Tragen. Die Schleifkorbtrage kann eingesetzt werden, um beispielsweise Böschungen zu überwinden. Dies ist mit einer normalen Krankentrage nur schwer möglich. Die Schleifkorbtrage hingegen kann von mehreren Personen getragen und gesichert werden. So wird eine patientengerechte Rettung unterstützt. Sie hat ein Eigengewicht von 14 kg und eine zulässige Traglast von 200 kg.
Unsere Schleifkorbtrage ist teilbar und auf dem TSF-W verlastet.

Rettungstuch
Das Rettungstuch, auch Berge- oder Tragetuch genannt, wird beim THW und den Feuerwehren als auch bei den Rettungsdiensten eingesetzt, um nicht gehfähige Personen aus beengten Räumen oder schwierigem Gelände zu transportieren. Das Rettungstuch wird nur dort eingesetzt, wo eine Schleifkorbtrag nicht zum Einsatz kommen kann.
Je ein Rettungstuch ist auf beiden Löschfahrzeugen verlastet.

Geräte zur Brandbekämpfung

Tragkraftspritze
Im deutschsprachigen Raum sind am meisten Tragkraftspritzen mit einer Nennförderleistung zwischen 800 l/min und 1600 l/min bei einem Ausgangsdruck von 8 bar verbreitet. Mit Einführung der neuen Norm werden sie in Deutschland als PFPN (Portable Fire Pump Normal Pressure) bezeichnet. Hier gibt es neue Leistungsklassen von 1000 Liter bei 10 bar (PFPN 10-1000) oder 2000 Liter bei 10 bar (PFPN 10-2000).
Die tragbaren Pumpen besitzen einen eigenen Motor, meist einen Ottomotor, in seltenen Fällen einen Dieselmotor. Die Leistungsgrenze dieser Pumpen steht in engem Zusammenhang mit ihrem Gewicht, das von vier Feuerwehrleuten getragen werden soll. Dies gilt nicht nur auf ebenem Grund, sondern auch in steileren Gebieten in den Bergen. Sie haben den Vorteil, dass sie entfernt vom Einsatzfahrzeug zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern verwendet werden können.
Neuere Modelle haben einen elektrischen Starter, oft ergänzt durch einen Reversierstarter für den Fall, dass der elektrische Starter nicht funktioniert.
Unsere Tragkraftspritze ist eine TS 8/8, sie hat also eine Nennleistung von 800 Liter bei einem Ausgangsdruck von 8 bar. Da die Leistung der Pumpen aber meist über der Norm liegt, verfügt unsere Pumpe, nachgewiesen durch den Hersteller, über eine Leistung von ca. 1500 Liter in der Minute bei 8 bar Ausgangsdruck. Unsere Tragkraftspritze ist auf dem Tragkraftspritzenfahrzeug / Wasser verlastet und dort über einen abnehmbaren formstabilen Schlauch mit dem Fahrzeugtank verbunden.

Schnellangriffseinrichtung
Die Schnellangriffseinrichtung oder Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe findet man bei der Feuerwehr auf Tanklöschfahrzeugen und Löschgruppenfahrzeugen.
Sie besteht aus dem im Fahrzeug eingebauten Wassertank, einer Pumpe und einem direkt an die Pumpe angeschlossenen Druckschlauch mit Mehrzweck- oder Hohlstrahlrohr, der auf einer Haspel im Fahrzeugheck aufgerollt ist. Vorwiegend ist die Schnellangriffsvorrichtung mit formstabilen Druckschläuchen ausgestattet. Die Länge beträgt zwischen 30 und 50 m.
Obwohl die Schnellangriffseinrichtung aus verschiedenen Gründen (zu kurzer Schlauch, Schlauch schlecht zu transportieren, geringer Querschnitt, etc.) für Gebäudebrände oder Großbrände ungeeignet ist, bietet sie Vorteile bei kleineren Löscheinsätzen wie Autobränden, Containerbränden usw., da sie sofort einsatzbereit ist.
Unsere Schnellangriffseinrichtung auf dem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) verfügt über einen 50m formstabilen Schlauch und einem Hohlstrahlrohr mit Durchflussmengen von 20 bis 150 Liter. Die Schnellangriffseinrichtung auf dem Tragkraftspritzenfahrzeug/Wasser (TSF/W) besteht aus zwei je 15 Meter langen D-Schlächen die in Buchten im Fahrzeug verstaut sind. Als Strahlrohr dient ein Hohlstrahlrohr.

Mehrzweckstrahlrohre
Mehrzweckstrahlrohre sind Armaturen für die Wasserabgabe. Sie formen das aus einem Schlauch austretende Wasser zu einem löschkräftigen Wasserstrahl. Die Löschkraft ist abhängig von der Druckhöhe am Strahlrohr, des Querschnittes am Strahlrohrausgang sowie der eingestellten Strahlart (Vollstrahl, Sprühstrahl).

Folgende Wasserströme sind möglich (bei 5 bar Eingangsdruck am Strahlrohr):

    D-Rohr C-Rohr B-Rohr
  Mundstücksweite [Ø mm] 4 9 16
  Wasserstrom [l/min] 25 100 400
  Düsenweite (ohne Mundstück) [Ø mm] 6 12 22
  Wasserstrom [l/min] 50 200 800


Mehrzweckstrahlrohre sind auf beiden Löschfahrzeugen verladen, vorrangig werden aber heute Hohlstrahlrohre verwendet.

Hohlstrahlrohr
Hohlstrahlrohre sind Armaturen der Feuerwehr zur Löschmittelabgabe (Wasser oder Wasser/ Schaum-Gemische), die neben den Mehrzweckstrahlrohren und Schaumstrahlrohren verwendet werden. Bei Hohlstrahlrohren wird das Wasser durch eine ringförmige Düse geleitet, so dass ein hohler Wasserstrahl entsteht, der jedoch durch bestimmte Techniken wie einen festen oder rotierenden Zahnkranz mit Tropfen gefüllt werden kann, was eine bessere Wasserverteilung und somit auch eine wirkungsvollere Rauchgaskühlung zulässt. Ein Vollstrahl aus einer solchen Ringstrahldüse ist stabiler (geringeres Ausregnen) als ein herkömmlicher Vollstrahl ("Stabstrahl") und erreicht eine höhere Wurfweite. Es kann damit außerdem stufenlos ein Sprühkegel von teilweise bis über 120 Grad erreicht werden. Meistens kann noch der Durchfluss des Hohlstrahlrohres geregelt werden, die Wasserabgabe muss dazu nicht unterbrochen werden. Somit kann der vorgehende Strahlrohrführer einen wassersparenden und dynamischen Löschangriff durchführen. Die Hohlstrahlrohre, die wir verwenden, haben einen Durchfluss von 20 Liter bis zu 400 Liter in der Minute. Wir führen jeweils vier Hohlstrahlrohre mit unterschiedlichen Durchflussmengen auf unseren beiden Löschfahrzeugen mit.

Schaumausrüstung

Zumischer
Im Zumischer wird Schaummittel dem durchfließenden Wasser zugesetzt. Das Schaummittel wird über das Injektor Prinzip in den Zumischer eingesaugt und vermischt sich mit dem Wasser. Die Schaummittelzufuhr kann dosiert (geregelt) werden. Der Zumischer wird bei Bedarf zwischen Verteiler und (Schaum-) Strahlrohr eingebaut.
Er muss von seiner Größe (Durchfluss) zu dem jeweiligen Schaumrohr passen.
In unserem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) ist ein Zumischer der Größe Z4 (regelbar) verstaut.

Kombinations-Schaumrohr
Bei Kombinations-Schaumstrahlrohren handelt es sich um Strahlrohre, die das Erzeugen von Schwer- und Mittelschaum unter Zufuhr von Luft ermöglichen. An diesen Schaumrohren kann mittels eines Hebels zwischen Schwer- und Mittelschaum umgestellt werden.
Im Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) ist ein Kombination-Schaumrohr der Größe KR 4 verlastet.

Feuerlöscher
Feuerlöscher sind tragbare Kleinlöschgeräte mit einem Gesamtgewicht von maximal 20 kg. Sie dienen dem Ablöschen von Klein- und Entstehungsbränden und enthält Löschmittel, das durch gespeicherten oder bei Inbetriebnahme erzeugten Druck ausgestoßen wird. Als Löschmittel werden nicht brennbare Gase, Löschpulver, Wasser oder wässrige Lösungen sowie Schaum verwendet.

Die Feuerwehr Gadernheim hält 3 verschiedene Sorten von Feuerlöschern vor:

  • Pulverlöscher mit ABC-Pulver mit 6 und 12 Kg Löschmittelinhalt (PG 6 bzw. PG 12)
  • Feuerlöscher mit Fettbrandlöschmittel mit 12 kg Löschmittelinhalt (F 12)
  • Kohlenstoffdioxid-Löscher mit 5 kg Löschmittelinhalt (K 5)

Kübelspritze
Die Kübelspritze ist ein tragbares Kleinlöschgerät mit handbetriebener, doppelt wirkender Kolbenpumpe. Sie wird bis heute zu Nachlöscharbeiten oder zum Ablöschen von Klein- und Entstehungsbränden verwendet. Sie besteht aus einem Wasserbehälter, in den eine Handpumpe integriert ist. Der mit einer Kübelspritze erzeugte Wasserstrahl kann sieben bis zehn Meter weit reichen. Die Kübelspritze wird in der Regel von zwei Personen bedient: während eine Person pumpt, führt die zweite Person das Strahlrohr. Dies stellt einen Nachteil gegenüber Handfeuerlöschern dar, die von einer Person eingesetzt werden können. Vorteile sind die einfache und kostengünstige Möglichkeit des Nachfüllens sowie die robuste Bauweise. Wir haben auf unseren beiden Löschfahrzeugen je eine Kübelspritze verladen, die mit 10 Litern Wasser gefüllt ist.

Überdrucklüfter
Der Überdrucklüfter ist ein feuerwehrtechnisches Gerät, das eingesetzt wird, um verqualmte Räume oder Häuser rauchfrei zu machen oder nicht verqualmte Gebäudeteile rauchfrei zu halten.
Das Gerät ist im Prinzip ein Ventilator, der durch einen Benzinmotor in Bewegung gesetzt wird. Der Überdrucklüfter erzeugt während des Betriebes einen strömenden Luftkegel. Mit diesem Luftkegel deckt man die sogenannte Eintrittsöffnung ab (meistens die Haustür oder ein Fenster im Erdgeschoss). Dadurch entsteht im Inneren des Hauses ein Überdruck, der den Rauch aus dem Gebäude hinaustreibt. Voraussetzung dafür ist, dass eine entsprechende Abzugsöffnung vorhanden ist, die etwa die 1,5fache Größe der Eintrittsöffnung haben sollte. Diese Öffnungen können fest eingebaute Rauchabzugsöffnungen sein (wie in öffentlichen Gebäuden üblich), oder ein Fenster, das gegebenenfalls vom Angriffstrupp vorher geöffnet worden ist.
Ein Nachteil bei benzinbetriebenen Überdrucklüftern ist die hohe Lautstärke des Gerätes. Eine Kommunikation direkt neben dem Gerät, welches meistens vor der Einstiegsöffnung zum Gebäude platziert wird, ist nicht oder nur sehr schlecht möglich.
Unser Überdrucklüfter vom Typ HALE Typhoon 24T5 hat eine Luftleistung von rund 17.000 qm pro Stunde, er ist auf unserem Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 verlastet.

Geräte zur technischen Hilfeleistung

Stromerzeuger
Ein Stromerzeuger besteht aus einem Antriebsaggregat (Benzin- oder Dieselmotor), welches einen Generator antreibt, der elektrisch nutzbare Energie (Strom) erzeugt. Stromerzeuger gewährleisten die Verfügbarkeit von elektrischer Energie unabhängig vom öffentlichen Stromnetz und werden oft auch als „Notstromgenerator“ bzw. „Notstromaggregat“ bezeichnet.
Zwischenzeitlich verfügen wir über drei Stromerzeuger:

  • Tragbarer Stromerzeuger 8 kVA (LF8/6)
  • Tragbarer Stromerzeuger 14 kVA (TSF-W)
  • Fahrzeugangetriebener Stromerzeuger 3,5 kVA (TSF-W)

Diese Leistung reicht aus, um alle von uns auf unseren Einsatzfahrzeugen mitgeführten elektrischen Geräte zu betreiben. Hierbei handelt es sich z.B. um

  • Hydraulikaggregat
  • Beleuchtungssätze
  • Elektrowinkelschleifer
  • Tauchpumpe
  • Wassersauger

Die Travel Power Anlage ist ein Stromerzeuger, der direkt vom Fahrzeugmotor Angetrieben wird. Die Anlage ist in unserem TSF-W verbaut und versorgt den fest eingebauten Lichtmast und eine Steckdose mit elektrischer Energie.

Hydraulischer Rettungssatz
Der hydraulische Rettungssatz ist eine Zusammenstellung von hydraulischen Geräten mit Zubehör, welche durch ein Aggregat betrieben wird. Unser hydraulisches Rettungsgerät wird zur Rettung und Bergung von Menschen bei Unfällen auf der Straße und bei sonstigen Unglücksfällen eingesetzt.
Ein Rettungssatz besteht aus einem separaten Spreizer und einer Rettungsschere, ergänzt durch drei Rettungszylinder unterschiedlicher Länge. Der Rettungssatz wird von einem Hydraulikaggregat mit einer Leistung von 630 bar angetrieben. Der Spreizer und die Schere sind mit dem hydraulischen Aggregat durch Hydraulikschläuche verbunden. Die Schläuche befinden sich auf zwei Haspeln am Hydraulikaggregat und sind komplett angekuppelt, so dass die Geräte sofort eingesetzt werden können. Der Spreizer und die Rettungsschere können im Bedarfsfall schnell durch die Rettungszylinder ersetzt werden.
Unser Hydraulischer Rettungssatz ist mit weiteren Geräten zur Technischen Hilfeleistung auf unserem Löschgruppenfahrzeug verlastet.

Luftheber / Hebekissen
Als Hebekissen bezeichnet man zwei an den Kanten verbundene, vulkanisierte Gummi- bzw. Gewebematten, die man mit Druckluft anblasen und sie so zum Heben (und Senken) von Lasten verwenden kann.
Hebekissen sind vielseitig einsetzbar. Da sie mit großen Kräften enorme Massen anheben können, werden sie besonders häufig von der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW)  eingesetzt. Diese nutzen sie u.a. zur Befreiung von Menschen, nach Gebäudeeinstürzen oder nach Verkehrsunfällen.
Betrieben werden die Hebekissen mittels Druckreduzierventil mit Luft aus Pressluftflaschen, wie sie auch bei den umluftunabhängigen Atemschutzgeräten verwendet werden.
Hebekissen haben einige Vorteile gegenüber anderen Hebewerkzeugen, wie Winden oder Wagenheber:

  • Da sie sehr flach sind, kann man sie leicht unter das zu hebende Objekt legen.
  • Durch ihre Formflexibilität werden Beschädigungen an den zu hebenden Objekten größten Teils vermieden.
  • Es muss keine Körperkraft zum Heben der Last aufgebracht werden, wie zum Beispiel beim Kurbeln einer Winde.
  • Durch gezieltes Ansteuern der Pneumatik Ventile ist das Heben und Senken von großen Lasten punktgenau durchführbar.
  • Mit dem maximalen Aufblasdruck von 8 bar können Lasten / Gewichte bis 67 t bewegt werden.
  • Einfacher Transport der Hebekissen 
  • Raumsparende Unterbringung im Fahrzeug
  • Hebekissen sind auch in explosionsgefährdeten Bereich einsetzbar.
  • Der Einsatz von bis zu max. zwei übereinanderliegenden Hebekissen ist möglich.

Nachteile von Hebekissen sind:

  • Mögliche Beschädigungen der Hebekissen bei scharfen Kanten und Glas- oder Metallsplittern.
  • Durch die „Kugelbildung“ beim Aufblasen der Hebekissen verringert sich die Auflagefläche der zu hebenden Last. Hierbei kann es zu einer Instabilität bei großen Hublängen kommen. Deshalb sind hebende Lasten immer zusätzlich zu sichern, zum Beispiel durch fortwährendes Unterbauen mit Kanthölzern.
  • Mit Zunahme der Hublänge verringert sich Hubkraft.

Hier die technischen Daten zu unseren beiden Hebekissen:

Bezeichung Nennhubkraft
(t)
Abmessung
B x L (mm)
Gewicht
(kg)
Einschubhöhe
(mm)
V24 24 520 x 620 7,2 25
V18 18 470 x 520 5,7 25

Hydraulikheber
Der Hydraulikheber wird bei der technischen Hilfeleistung zum Heben bzw. Bewegen von Lasten eingesetzt. Zur Erhöhung der Flexibilität können die Hebeklaue als auch der Bedienhebel verstellbar angebracht werden. Die Hubkraft beträgt max. 50 kN (entspricht ca. 5 t). Untergebracht ist der Hydraulikheber, der auch als „hydraulische Winde“ oder „Büffelheber“ bezeichnet wird, auf dem LF 8/6 im Mannschaftsraum in der hinteren Sitzbank. Er hat eine max. Hubhöhe von 28 cm bei einer Gesamtlänge von 66 cm, sein Eigengewicht beträgt 28 Kg.

Halligan-Tool
Ein Halligan-Tool ist ein Hebel- und Brechwerkzeug. Es kann eingesetzt werden zur Türöffnung und oder auch bei Verkehrsunfällen. Zum Einsatz sollte es immer zusammen mit einem Spalthammer oder einer schweren Axt kommen. Verladen ist das Halligan-Tool auf dem TSF-W.

Beleuchtung
Zum Ausleuchten von Einsatzstellen verfügen wir über insgesamt 4 Möglichkeiten:

  • Je ein mobiles Stativ (max. Ausziehhöhe ca. 7m) einmal mit zwei 1000 Watt Halogenstrahler, verladen auf dem LF 8/6 und einmal mit 50 Watt LED-Strahlern auf dem TSF-W.
  • Eine 400 Watt Quecksilberdampflampe (auch HQL-Lampe genannt) auf dem Dach des Gerätraumes des LF 8/6. Die Quecksilberdampflampe kann auf einem ausklappbaren Mast betrieben werden. Diese besitzt eine Lichtausbeute von ca. 50 lm/W (Lumen pro Watt). Es dauert ca. 4 Minuten bis sich ausreichend Quecksilber in der Gasphase befindet und die volle Helligkeit erreicht wird.
  • Einen festangebauten Lichtmast mit zwei 1000 Watt Halogenstrahlern am TSF-W, versorgt durch die fahrzeugeigene Travel Power Anlage.

Säbelsäge
Die Säbelsäge wird zu leichten technischen Hilfeleistungen herangezogen. Mit ihr können die Materialien Stahl, Kunststoff und Holz gesägt werden. So können Rohre bis zu einem Durchmesser von ca. 130mm und Holz bis zu einer Stärke von ca. 250mm gesägt werden. Mit diamantsegmentierten Sägeblättern kann auch Keramik getrennt werden.
Die Säbelsäge (Fabrikat Makita, Akku 18 V) ist auf dem TSF-W Verladen.

Elektrowinkelschneider
Ein Winkelschneider (auch Trennschleifer, Trennjäger, Trennhexe, Schleifhexe, Feuerradl, Flex) ist eine zumeist elektrisch angetriebene Handmaschine mit schnell rotierender runder Schleif- oder Trennscheibe. Die Scheibe wird über ein Winkelgetriebe angetrieben, das dem Winkelschneider seinen Namen gibt. 1954 wurde das Gerät von der Firma Ackermann + Schmitt bzw. FLEX-Elektrowerkzeuge GmbH aus Steinheim an der Murr eingeführt. Ihr Markenname Flex wird im Deutschen als Gattungsname verwendet.
Unser Elektrowinkelschneider befindet sich wie alle anderen elektrisch angetriebenen Geräte auf unserem Löschgruppenfahrzeug.

Tauchpumpe
Bei den Feuerwehren werden Tauchpumpen im Rahmen der technischen Hilfe eingesetzt. Im Hochwassereinsatz werden in der Regel Tauchmotorpumpen sowie Turbinentauchpumpen eingesetzt. Tauchmotorpumpen (TP) werden elektrisch betrieben. Je nach Förderleistung unterscheidet man die Typen TP 4/1, TP 8/1 oder TP 15/1 mit einem Förderstrom von 400, 800 oder 1500 Liter Wasser pro Minute bei einem Ausgangsdruck von 1 bar. Als Abgänge werden B- oder C-Storz Kupplungen verwendet. Unser Tauchpumpe, die im Gerätehaus lagert und im Bedarfsfall mit zur Einsatzstelle genommen wird, hat eine Leistung von 400 Liter pro Minute.

Wassersauger
Ein Wassersauger ist speziell für das Absaugen von großen Mengen Flüssigkeit und Wasser, gerade nach Hochwasser, entwickelt worden. Er saugt bis zu 200 Liter Wasser pro Minute und besitzt eine automatische Entleerung. Der Wassersauger lagert wie die Tauchpumpe im Gerätehaus und wird im Bedarfsfall mit zur Einsatzstelle genommen.

Motorsäge
Die Kettensäge ist eine mit einem Benzin- oder Elektromotor angetriebene Säge, deren schneidender Teil die Sägekette ist. Häufigste Bauart ist die handgeführte Kettensäge für Holz- und Waldarbeiten, häufig einfach Motorsäge genannt.
Um das Unfallrisiko zu verringern, sind moderne Motorsägen mit verschiedenen Sicherheitseinrichtungen versehen. Beim Arbeiten mit Motorsägen ist unbedingt eine persönliche Schutzausrüstung zu tragen, denn die Arbeit mit der Motorsäge ist sehr unfallträchtig. Die persönliche Schutzausrüstung besteht aus einer Schnittschutzhose, einem Schutzhelm mit Visier und Gehörschutz sowie Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlage.
Nach den allgemeinen Bestimmungen der Unfallverhüttungsvorschrift in Deutschland setzt der Einsatz von Motorsägen eine „Tauglichkeit“ bzw. einen Fachkundenachweis voraus. Als fachkundig in diesem Sinne gilt, wer z. B. in einem Fachbetrieb oder bei einem Lehrgang entsprechend ausgebildet wurde. In unserer Einsatzabteilung sind einige Einsatzkräfte im Umgang mit der Motorsäge geschult. Unsere Motorsägen lagern mit der entsprechenden Schutzausrüstung auf unseren beiden Löschfahrzeugen.

Geräte zur Eigensicherung und Kommunikation

Atemschutzgeräte
Unter umluftunabhängigem Atemschutz werden Geräte verstanden, welche den Geräteträger von der Umgebungsatmosphäre isolieren und mit atembarer Luft aus einer Pressluftflasche versorgen. Diese Geräte werden daher auch als Isoliergeräte bezeichnet und bestehen aus einem Atemanschluss (Atemschutzmaske) und einer Luftversorgungseinrichtung (Atemschutzgerät).
Enthält die Umgebungsluft zu wenig Sauerstoff, weniger als 17 Vol.-%, oder sind giftige Gase vorhanden und/oder die Konzentration der Atemgifte ist unbekannt, muss umluftunabhängiger Atemschutz verwendet werden.
Meist werden frei tragbare Isoliergeräte z. B. Pressluftatmer verwendet. Aufgrund der begrenzten Luftmenge ist jedoch die Einsatzdauer meist auf 15 - 30 Minuten begrenzt. Die Einsatzdauer ist auch abhängig vom Alter des Geräteträgers, von dessen körperlichen Leistungsfähigkeit und der Art der Belastung im Einsatz.
Wir verfügen über 8 Atemschutzgeräte der Firma MSA Auer, wobei jeweils 4 Geräte auf unserem Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 und 4 Geräte auf unserem Tragkraftspritzenfahrzeug / Wasser TSF-W verlastet sind.

Atemschutzüberwachungstafel
Die Atemschutzüberwachung obliegt dem jeweiligen Fahrzeugführer. Er ist für seine eingesetzten Trupps unter Atemschutz verantwortlich. Um den Vorschriften der FwDV7 - Atemschutz gerecht zu werden, sind unter anderem die Startzeit (Zeitpunkt des Anschlusses der Atemschutzmaske an den Lungenautomaten) und die Einsatzdauer zu überwachen.
Mit Hilfe der Atemschutzüberwachungstafel können alle notwendigen Daten dokumentiert und die Einsatzdauer überwacht werden. So gibt die Atemschutzüberwachungstafel für jeden eingesetzten Trupp nach 1/3, nach 2/3 und nach 3/3 der Regeleinsatzzeit (30min) ein akustisches als auch optisches Warnsignal ab.
In der Regel deligiert der Fahrzeugführer die Bedienung der Atemschutzüberwachung und das Aufnehmen der Daten an den Maschinisten ab, was ihn jedoch nicht von der Verantwortung entbindet.
Auf beiden Löschfahrzeugen ist eine Atemschutzüberwachungstafel verladen.

Notsignalgeber
Das Signal- und Warngerät Auer motionSCOUT ist ein modernes Signal- und Warngerät mit automatischer Alarmfunktion bei Bewegungslosigkeit des Geräteträgers.
In Notfallsituationen kann der akustische und optische Alarm auch manuell ausgelöst werden.
Die Bedienung ist sehr einfach und intuitiv. Wir haben an sämtlichen Atemschutzgeräten jeweils ein Notsignalgeber montiert.

Mehrgaswarngerät
Das Mehrgaswarngerät ermöglicht die gleichzeitige Überwachung und Anzeige von bis zu fünf Gasgefahren. Unser eingesetztes Mehrgaswarngerät kann in der Umgebungsatmosphäre die Konzentration von Sauerstoff, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und Methan erkennen. Je nach Höhe der einzelnen festgestellten Werten gibt das Mehrgaswarngerät neben akustischen und optischen Signalen auch einen Vibrationsalarm aus.
Bereitgestellt wird das Mehrgaswarngerät von einem Betreiber einer Biogasanlage. Verladen ist das Mehrgaswarngerät auf dem LF 8/6. Bei dem Gerät handelt es sich um den Typ GasAlertMicro 5/IR.

Ex-Messgerät
Der Explosimeter (kurz: Ex-Meter oder auch Ex-Messgerät) zeigt explosionsfähige Gas-Luftgemische in der Umgebung an. Dieser wird bei Verdacht auf mögliche ex-gefährdete Bereiche eingesetzt. Zeigt das Explosimeter ein zündfähiges Gas-Luftgemisch an, so wird der Bereich weiträumig abgesperrt. Betreten werden darf dieser Bereich nur mit speziell geschützten Geräten (Ex-Geräten), die keine Zündquellen darstellen. Die Warnschwellen des Explosimeters liegen deutlich unterhalb der unteren Explosionsgrenze (UEG). Das Gerät gibt einen optischen und akustischen Alarm ab.
Das Ex-Messgerät II (Fa. Auer) befindet sich auf dem TSF/W.

CO-Warner
Der CO-Warner (Kohlenmonoxid-Warner) zeigt den Einsatzkräften einen erhöhten Kohlenmonoxid-Gehalt in der Umgebung an. Eine zu hohe CO-Konzentration kann im ungünstigsten Falle innerhalb weniger Minuten beim Menschen zum Tod führen. Kohlenmonoxid ist geruchsneutral und nicht sichtbar; es entsteht z.B. beim Heizen (Gas-, Holzheizung) in immer besser isolierten (und damit winddichteren) Häusern. Das Gerät zeigt die CO-Konzentration in „parts per million“ (ppm) an und warnt in zwei Stufen (30 ppm / 200ppm). Folgende Warnungen gibt das Gerät ab:

  • Vibration
  • Signalton
  • Leuchtsignal

Eingesetzt wird der CO-Warner von den Fahrzeugführern, die in der Regel die Ersterkundung am Einsatzort vornehmen. Alle drei Fahrzeuge sind mit einem CO-Warner ausgestattet.

Absturzsicherungs-Set
Die Absturzsicherung dient in erster Linie, Einsatzkräfte bei Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen zu sichern. Jedoch können auch sich in Gefahr befindliche Personen gesichert werden. Unser Absturzsicherungsset wird auf dem Tragkraftspritzenfahrzeug / Wasser (TSF/W) mitgeführt.

 

Funkgeräte
Der BOS-Funk ist ein nichtöffentlicher mobiler UKW-Landfunkdienst in Deutschland, der von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)( Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste) verwendet wird.
Der Behördenfunk wurde bis Ende der 1980er Jahre weltweit mit analogen Funknetzen mit Wellenlängen im 2-m- und 4-m-Bereich (BOS-Funk) betrieben. Die fehlenden oder zu schwachen Verschlüsselungsmöglichkeiten für den Analogfunk führten zur Entwicklung digitaler Systeme.  Seit etwa Ende der 1990er Jahre gibt es Bemühungen, für die BOS in Deutschland ein kostenaufwändiges digitales Bündelfunksystem mit der Bezeichnung TETRA einzuführen.
Der Mitte der 1990er Jahre entwickelte TETRA-Standard wird in mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern genutzt. In Deutschland hat man erst in den letzten Jahren mit der Einführung des Digitalfunks begonnen. Wir befinden uns derzeit in der erweiterten Erprobungsphase.
Wir verfügen derzeit über 3 Analoge Fahrzeugfunkgeräte, 11 Digitale Handsprechfunkgeräte (HRT) und 3 Digitale Fahrzeugfunkgeräte (MRT).
Die Digitalen Funkgeräte werden die analogen Geräte in der nächsten Zeit vollständig ersetzen.

Geräte zur Verkehrssicherung

Tri-Blitz
Bei einem Tri-Blitz handelt es sich um eine Dreifach-Blitzlichtanlage zur Verkehrsabsicherung. Das Lauflicht in Abwärtsbewegung wirkt auf den Verkehrsteilnehmer so, wie eine Abwärtsbewegung der Hand, dies soll zu Verlangsamung des Verkehrs führen. Wir führen auf beiden Löschfahrzeugen jeweils einen Tri-Blitz mit.

Verkehrsleitkegel
Als Leitkegel wird ein Verkehrszeichen bzw. Absperrgerät bezeichnet, das in erster Linie zur kurzfristigen Warnung und Absicherung von Arbeits-, Einsatz- und Unfallstellen im öffentlichen Straßenverkehr dient und zur optischen Führung der Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich genutzt wird. Die Höhe der Leitkegel beträgt ca. 50 cm. Wir haben jeweils 5 Verkehrsleitkegel auf allen drei Fahrzeugen verlastet.

Faltsignal
Ein Faltsignal ist zusammengefaltet rund 70 cm lang und hat einen Durchmesser von wenigen Zentimetern. Aus dieser kompakten Transportgröße und der dazu sehr auffälligen Größe beim Aufstellen bietet sich dieses Signal gut dazu an, bei zeitkritischen Ereignissen eingesetzt zu werden. Durch die drei Beine kann das Schild auch stabil auf schrägen oder unebenen Flächen stehen.
Unsere Faltsignale sind zusätzlich zu dem Verkehrszeichen „Achtung Gefahr“ mit dem Zusatztext „Feuerwehr“, „Unfall“ und „Ölspur“ versehen.